Krisenstimmung erreicht nun auch die globale Bahnwirtschaft - trotz erfolgreicher Leitmesse “Innotrans” und vielfach noch gut gefüllter Auftragsbücher schwindet die Hoffnung auf spürbares Wachstum

SCI RAILINDEX III/2022

Hamburg. Die weltweite Bahnbranche trotzte bislang dem konjunkturellen Abwärtstrend. Doch nun kommen die Folgen von Inflation, Energiekrise, gestörten Lieferketten und schwindender Nachfrage auch in diesem zuletzt so robusten Wirtschaftssektor an: Die aktuelle Geschäftslage und die Nachfrage nach Produkten und Leistungen werden von den Teilnehmern im dritten Quartal 2022 spürbar schlechter eingeschätzt. Die Zukunftserwartungen des Bahnsektors haben sich insgesamt verschlechtert. Angesichts der weltpolitischen Ereignisse und der drohenden globalen Rezession überrascht allerdings, dass die Mehrheit der befragten Unternehmen weiterhin für das eigene Unternehmen von positiven Zukunftserwartungen ausgeht. Diese ambivalente Wahrnehmung deckt sich auch mit der Prognose der im September erschienenen Weltmarktstudie* der SCI Verkehr GmbH: Die weltweite Bahnindustrie soll trotz multipler Krisen jährlich bis 2026 real noch um 1,6% wachsen. Das zeigt der aktuelle SCI RAILBUSINESS INDEX – eine regelmäßige Befragung der Top-Manager der weltweiten Bahnbranche durch das Beratungsunternehmen SCI Verkehr. 

 

Der SCI RAILINDEX basiert auf ca. 100 Meldungen von repräsentativen Unternehmen aus der weltweiten Bahnbranche. Die Unternehmen werden regelmäßig gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die kommenden drei Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monaten als "günstiger", "gleichbleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger". Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen.

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