Vermeintlich stabile Konjunkturlage in der Bahnbranche: Der Sektor zeigt sich derzeit nur leicht verunsichert, positive Erwartungen überwiegen noch*

SCI/RAILINDEX I/2022

Der anhaltende globale Krisenmodus mit einer nicht enden wollenden Pandemie, weiterhin anfälligen Lieferketten und zuletzt einem Krieg auf europäischen Boden: Die Belastungen für die Unternehmen der Bahnwirtschaft wachsen immens. Doch laut Auskunft der befragten Top-Manager hat dies aber nur einen geringen Einfluss auf das Geschäftsklima: Der aktuelle SCI RAIL BUSINESS INDEX – eine regelmäßige Befragung der Top-Manager der weltweiten Bahnbranche durch das Beratungsunternehmen SCI Verkehr – sinkt nur marginal und platziert sich auf weiterhin hohem Niveau.

Entscheidend hierfür ist wohl auch der Zeitraum der Erhebung Ende Februar, in dem sich die befragten Unternehmer trotz der sich bereits abzeichnenden Unsicherheiten der geopolitischen Entwicklungen eine noch überraschend positive Erwartung an die allgemeine Geschäftsentwicklung äußerten. Befragt nach den geschätzten Auftragseingängen für 2022 und die mittelfristige Zukunft sind sich die Unternehmer einig: Mehrheitlich erwartet der Sektor sogar noch vollere Auftragsbücher. Allerdings zeigen ausgewählte aktuelle Interviews aus der Branche, dass die Lieferketten aufgrund des Kriegs in der Ukraine sehr weitgehend gestört sind und sich die Preise für ausgewählte Komponenten vervielfachen. Diese Entwicklung wird hier aufgrund des Befragungszeitraums unzureichend abgebildet. . [.] kompletter Index in nebenstehender PDF

*Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 22.-28. Februar erhoben, so dass die Antworten sowohl vor als auch nach Kriegsbeginn erfolgten. Entsprechend ambivalent fallen die Einschätzungen der befragten Bahnexperten aus.

Der SCI/RAILINDEX basiert auf ca. 100 Meldungen von repräsentativen Unternehmen aus der weltweiten Bahnbranche. Die Unternehmen werden regelmäßig gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monaten als "günstiger", "gleichbleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger". Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen.

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