Bahnunternehmen brechen Milliardenaufträge weg

Trotz BIP-Erholung im zweiten Quartal belasten Einsparprogramme

Florian Fügemann

Hamburg/Berlin (pte/19.08.2009/11:05) - Wegen massenhafter Stornierungen und Einbrüche beim Güterverkehr steuern Unternehmen der Bahn- und Logistikbranche wie Siemens, Bombardier oder Alstom auf schwierige Zeiten zu. Obwohl sich die deutsche Bahnindustrie lange Zeit krisenresistent gezeigt hatte, bekommt sie nun den Wirtschaftsabschwung deutlich zu spüren. Wie das heute, Mittwoch, vorgestellte aktuelle Branchenbarometer der Unternehmensberatung SCI http://www.sci.de bestätigt, sind nur 28 Prozent der befragten Manager mit Blick auf die Geschäftslage 2009 positiv gestimmt. Dies entspricht einer deutlichen Verschlechterung - im Vorquartal waren es noch 47 Prozent.

"Trotz des überraschenden Anstiegs des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent im Vergleich zum ersten Vorquartal haben sich die Parameter nicht wesentlich geändert. Der Güterverkehr bleibt nach wie das Sorgenkind der Branche", erklärt Sascha Nicolai, Sprecher des Verbands der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) http://www.bahnindustrie.info, auf Nachfrage von pressetext. Diese Einschätzung deckt sich mit der aktuellen Wahrnehmung der Branche. Laut SCI berichten bereits 50 Prozent der Befragten von krisenbedingt stornierten Aufträgen. Dies hat sich insbesondere verheerend auf die Entwicklung bei den Güterbahnen ausgewirkt.

Die Ergebnisse des Branchenbarometers laufen den Erwartungen bezüglich des Aufschwungs im Sinne einer allgemeinen Konjunkturerwartung entgegen. Laut SCI-Chefin Maria Leenen sprechen sämtliche Indikatoren der Bahnindustrie auch auf längere Sicht dagegen, dass sich die Lage bessert. Vor allem Hersteller von Komponenten, Güterwaggons und -lokomotiven müssen sich auf Umsatzeinbußen einstellen. Begründet ist dies damit, dass Deutsche-Bahn-Tochter Schenker Rail http://www.rail.dbschenker.de spart. Dabei ist das Sparprogramm im Ausmaß von 850 Mio. Euro noch gar nicht in die Beurteilung der Geschäftslage eingerechnet.

Belastend dürften sich auch die Einsparvorhaben der Deutschen Bahn auswirken. Als eine der größten Auftraggeber will sie bei Neuanschaffungen massiv den Rotstift ansetzen. Bereits im Frühjahr hatte das Unternehmen einen Auftrag über mehr als 100 Güterloks zum wiederholten Mal aufgeschoben. Zudem halten sich auch Industrie- und Hafenbahnen wegen der schlechten Exportwirtschaft zurück (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090813024/). Viele von Staatsgeld abhängige Bereiche können jedoch durchatmen. VDB-Angaben nach werden Nahverkehrszüge dank des subventionierten Regionalverkehrs weiter nachgefragt. Zudem weist das Branchenbarometer gute Werte für die Hersteller von Schieneninfrastruktur auf.

 

Quelle: pressetext.deutschland 19.08.2009

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