Deutschlandweites Netz von WerkstättenDen in Deutschland tätigen Eisenbahnverkehrsunternehmen steht ein funktionierender Markt für die Instandhaltung von Schienenfahrzeugen offen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von SCI Verkehr. An rund 140 Standorten bieten nicht zur Deutschen Bahn gehörende Unternehmen Leistungen der schweren und betriebsnahen Instandhaltung an. Dabei handelt es sich vorrangig um Werkstätten nichtbundeseigener Eisenbahnverkehrsunternehmen, Standorte der Schienenfahrzeugindustrie, Kleinwerkstätten sowie Werkstätten von städtischen Verkehrsbetreibern. Mit stationären und mobilen Dienstleistungen stehen sie den in Deutschland tätigen Eisenbahnverkehrsunternehmen zur Verfügung. Dies ergab eine aktuelle Studie der SCI Verkehr, die damit das Ergebnis einer Studie von Oktober 2003 bestätigt. An 72 Standorten betreiben nichtbundeseigene Bahnunternehmen Werkstätten und stellen damit die größte Gruppe konzernexterner Werkstattbetreiber in Deutschland. Grund dafür ist die Notwendigkeit für Bahnunternehmen, selbst Einfluss auf die Instandhaltung der Schienenfahrzeuge nehmen zu können. Zudem können die Eisenbahnverkehrsunternehmen mit eigener Instandhaltung am besten ihrer Sicherheitsverantwortung für die Schienenfahrzeuge nachkommen. Marktgegebenheiten beeinflussen Standorte Hinsichtlich der regionalen Verteilung der 140 Werkstattstandorte sind Schwerpunkte in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen- Anhalt erkennbar. Demgegenüber betreiben in Bayern vergleichsweise wenige Unternehmen Werkstätten neben denen der Deutschen Bahn. Im Hinblick auf die instandgehaltenen Fahrzeuggattungen dominieren Standorte mit Instandhaltungsleistungen für Diesellokomotiven (etwa 90 Standorte), gefolgt von Leistungen für Güterwagen (annähernd 70 Standorte) und Dieseltriebzügen (über 60 Standorte). Dies spiegelt die aktuelle Wettbewerbssituation wider, nämlich dass die Wettbewerber der Deutschen Bahn besonders im Schienengüterverkehr und Regionalverkehr aktiv sind und ihre Marktanteile kontinuierlich ausbauen. In diesen Marktsegmenten werden vorwiegend Diesellokomotiven (Schienengüterverkehr) und Dieseltriebzüge (Regionalverkehr) eingesetzt. Die annähernd 70 Standorte mit Leistungen der Güterwageninstandhaltung sind dagegen auf den hohen Anteil privater Güterwagen am Gesamtbestand der Güterwagen zurückzuführen. Die Befragung der Anbieter durch SCI Verkehr hat ergeben, dass in vielen Fällen eine Anpassung der Werkstätten an veränderte Anforderungen der Kunden in Bezug auf das Leistungsprofil der Werkstätten möglich ist. Änderungen im Schienenverkehrsmarkt werden somit auch Auswirkungen auf die Werkstattstandorte und deren Leistungsprofil haben. Die Studie von SCI Verkehr belegt, dass die in Deutschland tätigen Eisenbahnverkehrsunternehmen auf ein deutschlandweites Netz von Werkstätten zurückgreifen können. Marktzutrittsbarrieren sind nicht erkennbar, zumal auch die Deutsche Bahn in ihren rund 100 Werkstätten Instandhaltungsleistungen für Eisenbahnverkehrsunternehmen, Fahrzeughalter oder die Bahnindustrie erbringt. Quelle: Wettbewerbsbericht 2006 der Deutschen Bahn AG, Seite 53 Download: Wettbewerbsbericht 2006 (Auszug) Link: Wettbewerbsbericht 2006 |
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