SCI Branchenbarometer Bahn:
Zukunftserwartungen der Bahnindustrie mit positiver Tendenz(17.06.2005) Die deutsche Bahnbranche bewertete ihre Geschäftslage auch im ersten Quartal des Jahres 2005 pessimistisch. Begründet wird die Einschätzung vor allem mit zu geringen Auftragsbeständen über die mehr als ein Drittel aller Unternehmen klagen. Eine hohe Bedeutung besitzen daher auch in diesem Jahr Investitionen im Ausland, vor allem in den Ländern der Europäischen Union sowie in China. Gestiegen ist die zukünftige Geschäftserwartung, welche zum zweiten Mal in Folge eine positive Tendenz aufweist. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage aller befragten Unternehmen im ersten Quartal 2005 fiel im Vergleich zum Vorjahr deutlich negativer aus. Alarmierend ist, dass nur noch 15 % der Unternehmen ihre aktuelle Lage als gut einstufen dem gegenüber steht die doppelte Anzahl an negativen Nennungen. Ein Drittel aller Unternehmen fühlten in den letzen drei Monaten eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage.
Die Geschäftserwartungen sind, ausgehend von einem niedrigen Ausgangsniveau, in diesem Quartal deutlich gestiegen. Hier können seit Ende 2003 erstmals wieder positive Werte verzeichnet werden. Bei einer weiter anhaltenden positiven Tendenz könnte noch in diesem Jahr die Talsohle durchschritten werden. Jedoch sehen ein Fünftel der Befragten für ihr Unternehmen eine weiterhin negative Geschäftsentwicklung diesem Zeitraum voraus. Die Unternehmen gehen in der Mehrzahl von einem stabilen Preisniveau auf niedrigem Niveau aus. Das Geschäftsklima konnte, aufbauend auf den positiveren Zukunftserwartungen, ein leichtes Plus verbuchen.
Eine hohe Heterogenität weist derzeit die Nachfrage nach Produkten / Leistungen bzw. der Umsatz der Unternehmen auf. Während 30 % der Unternehmen eine positive Nachfrage- bzw. Umsatzentwicklung verzeichnen konnten, mussten 38 % Nachfrage- bzw. Umsatzeinbußen hinnehmen. Noch immer als unbefriedigend sehen die Unternehmen die Entwicklung ihres Auftragsbestandes. Nur eine Minderheit von 8 % empfindet ihren aktuellen Auftragsbestand als verhältnismäßig groß. 36 % der befragten Unternehmen klagen über eine zu geringe Auslastung in ihren Produktionsstätten. Auch im vergangenen Halbjahr stand in der Bahnbranche der Abbau von Personal zur Senkung der Kosten im Vordergrund. Fast die Hälfte aller Unternehmen spricht von sinkenden Beschäftigungszahlen im letzen halben Jahr. Im nächsten Halbjahr rechnen 18 % mit einer gegenläufigen Entwicklung. Dem gegenüber sehen 38 % der Unternehmen eine weitere Reduzierung des Personalbestandes in den nächsten sechs Monaten.
Gründe für die sinkenden Beschäftigungszahlen in Deutschland liegen auch in den verstärkten Auslandsinvestitionen der Unternehmen. 38 % aller Befragten wollen in diesem Jahr im Ausland investieren. Im Vordergrund stehen hier neben den Ländern der EU-15 vor allem die neuen EU-Mitgliedesländer sowie China. Ziel der Investitionstätigkeit ist in erste Linie die Erschließung von Auslandsmärkten durch local content im Rahmen von Kooperationen und Joint Ventures. Mit diesen Maßnahmen verbinden die Unternehmen unter anderem eine Reduzierung der Fertigungskosten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen Märkten zu festigen.
Die Gestaltung der logistischen Prozesse in der Bahnindustrie ist eine zentrale Zukunftsaufgabe der Branche. Die größten Defizite sehen die befragten Unternehmen derzeit in der Beschaffungslogistik. Eine Optimierung dieses Bereiches erfordert im Rahmen des Supply Chain Management (SCM) eine Integration der Beschaffungslogistik in die bereits effizienter organisierten internen logistischen Prozesse der Untenehmen. Im Vordergrund stehen dabei eine intensivere Zusammenarbeit sowie eine bessere Steuerung der Beziehungen mit den Zulieferern. Weitere Optimierungspotenziale in der Logistik sehen die Unternehmen in den Bereichen After-Sales sowie in der Materialflusssteuerung und Lagerhaltung. ______________________________________________ SCI Verkehr (www.sci.de) ist ein unabhängiges Beratungsunternehmen, spezialisiert auf Verkehrswirtschaft und Verkehrstechnik. SCI Verkehr bietet seinen Kunden strategische Managementberatung mit technischen Fachverstand. Die SCI-Aktivitäten konzentrieren sich auf Unternehmen der Logistik, Verkehrs- und Bahnindustrie, öffentliche und private Verkehrsunternehmen und Verkehrs- und Wirtschaftsabteilungen der öffentlichen Verwaltungen in Bund, Ländern und Kommunen, Fachministerien und die EU-Kommission. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Hamburg, unterhält Büros in Köln und Berlin und verfügt über eine 100%-Tochter SCI Polska sp. zo.o. in Kattovice, Polen. Weitere Informationen und Materialien: |
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