Neue Studie zeigt: Europäische Seehäfen erholen sich deutlich ? damit wird die Leistungsfähigkeit von Hafeninfrastruktur und  Hinterlandanbindungen zum Schlüssel für das zukünftige Wachstum und die Positionierung im Wettbewerb ? Hafenausrüster und Bahnen profitieren

 

[09.09.2010] Die SCI Verkehr GmbH hat die Bedeutung dieser Wachstumstreiber in ihrer neuen MultiClient Studie ?Port infrastructure markets in Europe? aufgegriffen und aktuelle Entwicklungen sowie Ausbauprojekte der 50 wichtigsten Seehafen Europas analysiert. Profile der 25 wichtigsten Hersteller für Hafeninfrastruktur ergänzen die Bewertungsgrundlage für aktuelle und künftige Entwicklungen im Market für Hafeninfrastruktur.

Die Erholung der Weltwirtschaft ist 2010 merkbar in den Seehäfen angekommen: Der Hamburger Hafen verzeichnete im ersten Halbjahr ein Wachstum im Gesamtumschlag von rund 8%, Antwerpen von über 12% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach einer krisenbedingten Verschnaufpause rückt die Leistungsfähigkeit von Hafeninfrastruktur und Hafenhinterlandsysteme wieder zunehmend in den Fokus der Diskussion ? als Wachstumstreiber und Wettbewerbsfaktor.

In ihrer aktuellen MultiClient Studie bewertet SCI Verkehr Trends und Wettbewerbsbedingungen im europäischen Markt für kaiseitige Containerbrücken, Portalkrane und Krane für Schütt- und Stückgüter. Die Auslieferungszahlen aller Kran-Klassen sind mit dem wirtschaftlichen Abschwung von 2008 auf 2009 im Schnitt um 25% gesunken. SCI Verkehr rechnet aber bis 2015 wieder mit einem deutlichen Anstieg der Beschaffungszahlen und einem jährlichen Durchschnittswachstumsraten von rund 7% zwischen 2010 und 2015. Die größten Wachstumsraten sind dabei in der Klasse kaiseitiger Containerbrücken und bei Portalkranen zu erwarten. Eine Steigerung der Umschlagsproduktivität wird neben der Anzahl auch über verbesserte Funktionalität erreicht.  Aktuelle Beschaffungen umfassen insbesondere Containerbrücken mit einer Hebekapazität von mehreren Standardcontainern gleichzeitig. 

Mit dem Einsatz produktiverer Containerbrücken erhöht sich die Taktzahl im Containerumschlag und damit die Anforderung des Hinterlands mit der höheren Umschlagsmenge umzugehen. Enorme Herausforderungen kommen insbesondere auf die Hinterlandverbindungen der Nordseehäfen von Hamburg bis LeHavre zu. Gemessen an der Gesamttonnage 2009 liegen 6 der 10 größten Seehäfen Europas entlang dieser Nordseeküste. Sie speisen die Hauptgüterverkehrsachsen für Transporte durch ganz Europa und dienen unter anderem als Umladehafen für kleinere Ostseehäfen. In fast allen Nordseehäfen werden derzeit neue Terminals gebaut oder vorhandene ausgebaut. In den nächsten 10 Jahren sollen hier rund 30km neue Kais entstehen.

Vor allem die Bahn kann von diesen Zuwächsen profitieren: Im europäischen Vergleich der Seehäfen sind Hamburg, Bremen und Antwerpen schon heute die 3 volumenstärksten Zulieferer für die Bahn. Sie tragen rund 28% aller Güter bei, die auf oder von der Schiene in die europäischen Seehäfen transportiert werden. Teil ihrer Strategie ist es, den Anteil der Schiene am Hafenhinterlandverkehr weiter zu erhöhen.

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